Colitis ulcerosa mit Stoma

Wenn die medikamentöse Therapie nicht mehr ausreicht oder Komplikationen auftreten oder eine Operationswunde im Darm entlastet werden muss, ist es manchmal notwendig, den Dickdarm zu entlasten oder auch ganz zu entfernen. In diesen Fällen kann vorübergehend oder auch endgültig die Anlage eines Colo- oder Ileostomas angebracht sein. Die Hilflosigkeit gegenüber dem Thema führt oft noch zu einer negativen Einstellung zum Stoma.

Die Colitis ulcerosa, eine chronisch entzündliche Erkrankung des Dickdarmes, kann durch Entfernung des gesamten Dickdarmes "geheilt" werden. Hier bietet sich als Alternative zur Ileostomie (Dünndarmstoma) in der Regel eine stomavermeidende Operation, ein ileoanaler Pouch an, wenn die Entzündung den Schließmuskel nicht zu sehr geschädigt hat. Der Pouch (englisch = Beutel, Tasche), ein innerliches Stuhlreservoir, das aus Dünndarmteilen gebildet und mit dem Schließmuskel verbunden wird, ermöglicht, dass der Stuhl auf natürlichem Weg ausgeschieden wird. Zur Entlastung der Darmnähte wird bei dieser Operationsart meist vorübergehend ein Stoma angelegt.

Als große Hilfe im Umgang mit der neuen Situation wird die Teilnahme an einer ILCO-Selbsthilfegruppe wahrgenommen. Wir können nur allen Frischoperierten ans Herz legen, die Angebote der ILCO von Anfang an zu nutzen. Gerne kommen wir auch vor der Operation ans Klinikbett. Die Hilfen betreffen auch die Verunsicherung am Anfang. In einer Gruppe danach findet man das Rüstzeug für den Alltag. Besonders langjährige Betroffene in einer Gruppe sind Lebensmodelle, weil sie zeigen, dass es weitergeht und wie man aktiv weiterhin am Leben teilnehmen kann.

Das Thema Nachsorge und Rehabilitation ist ein wichtiger Bestandteil unseres Informationsdienstes.

Unsere Vertreter der ILCO Selbsthilfe sind Experten in eigener Sache. Als Betroffene oder Angehörige haben sie Erfahrungen mit ihrer eigenen Erkrankung und den eigenen Therapien. Sie unterstützen sich gegenseitig und geben ihr Wissen und das Wissen der ILCO und das Verständnis auf dem speziellen Gebiet an andere Betroffene gerne weiter. Dabei arbeiten sie eng mit den professionellen Versorgungsunternehmen, den Kliniken und Onkologen zusammen.