Prof.Dr.Englert ILCO Bundesver-
band
Dr. Freudigmann Gesundheits-
amt Ulm
Bürger-
meisterin
Sabine Mayer-Dölle
Werner Armbruster Krebsverband BW Gerd Winkler
ILCO
Regional-
sprecher
Walter Ammann
ILCO Ulm Gruppen-
sprecher

125 Gäste feierten am 9. Oktober 2004
im Hotel / Restaurant "Ulmer Stuben"
30 Jahre Region Ostalb Ulm Bodensee und
30 Jahre Gebietsgruppe Ulm

Unser Festprogramm :
Programm 14°° Uhr Einleitung Musikstück für Klavier und Violine
mit Frau Anja und Maria Gerter

Begrüßung der Anwesenden durch Gerhard Winkler,
Sprecher der Region Ostalb-Ulm-Bodensee

Grußwort des Schirmherren Dr. Wolfgang Schürle
Landrat Alb Donau Kreis

Chronik der ILCO-Gebietsgruppe Ulm und
der Region Ostalb-Ulm-Bodensee Walter Ammann

Grußworte Sabine Mayer-Dölle
Bürgermeisterin der Stadt Ulm

Professor Dr. Gerhard Englert
Vorsitzender des ILCO-Bundesverbandes

Hubert Seiter, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied
des Krebsverbandes BW e.V.

Vortrag Zusammenarbeit Selbsthilfegruppen in der heutigen Zeit
aus ärztlicher Sicht
Dr. Klesser, Vertreter der Kreisärzteschaft Ulm

Musikstück für Klavier und Violine
mit Frau Anja und Maria Gerter

Ehrungen der Gründungsmitglieder Gruppe Ulm, aktive und
langjährige Regionalmitglieder und
gemeinsames Foto mit den Gruppensprechern

Vortrag Ernährungstherapeutische Maßnahmen und Nahrungsergänzungsmaßnahmen in der Nachsorge
von Darmkrebserkrankungen Herr Rupp,
Ernährungs- u. Diätberater ( DGE )

– Gemütlicher Teil mit Einlagen durch Erwin Köder –





Grussworte :
Dr. Wolfgang Schürle
Landrat Alb-Donau-Kreis
Selbsthilfegruppen warten nicht bis Hilfe von außen kommt. Sie handeln eigenverantwortlich – für ihre Mitglieder. Die Hilfe kommt von denen, die selber Hilfen gebraucht haben oder noch brauchen.

Genau dies wird bei der ILCO-Gebietsgruppe Ulm seit 30 Jahren praktiziert. Ich gratuliere allen Mitgliedern der Gebietsgruppe herzlich zu diesem Jubiläum.

Sehr gerne habe ich die Schirmherrschaft für die Jubiläumsfeier übernommen. Wie wertvoll die Arbeit von Selbsthilfegruppen ist, zeigt sich gerade heute, wo wir lernen müssen, dass der Staat allein auf dem Feld der sozialen und gesundheitsorientierten Hilfen überfordert ist. Wir vom Landratsamt werden die rund 140 Selbsthilfegruppen im Landkreis weiter unterstützen, wie in der Vergangenheit auch, beispielsweise mit Fortbildungsveranstaltungen.

Eigeninitiative ist gefragt. ILCO leistet sie für Menschen mit einem künstlichen Darmausgang seit vielen Jahren. Ich danke allen betroffenen Menschen, die sich für andere betroffene Menschen engagieren. Ich finde, dies ist wahre Solidarität.

Dr. Wolfgang Schürle
Landrat Alb-Donau-Kreis
Ivo Gönner
Oberbürgermeister
Sehr geehrte Damen und Herren,
rund 100.000 Menschen in der Bundesrepublik leben derzeit mit einem Stoma. Hinter dieser nüchternen Zahl verbirgt sich eine noch weitaus größere Zahl Betroffener, denn wenn ein Familienmitglied an Darmkrebs oder einer Darmentzündung erkrankt, dann stellt dies das gesamte Familienleben zunächst vollständig auf den Kopf.

Gesundheitsselbsthilfegruppen wie ILCO, in der Stomaträger, Angehörige und Stomaprofessionelle zusammen arbeiten, können helfen, in einer solchen Extremsituation einen „klaren Kopf" zu behalten und wieder „auf die Beine" zu kommen. Neben vielen praktischen Hilfen zur Krankheitsbewältigung und der verbindlichen Arbeit als Interessenvertreter ist vor allem die Botschaft richtig: Das Leben mit einem Stoma ist lebenswert. Niemand kann so glaubwürdig wie ein selbst Betroffener einem Stomapatienten vermitteln, dass ein sinnvolles und erfülltes Leben trotz schwerer Basiserkrankung und Stoma möglich ist.

1972 wurde die Deutsche ILCO gegründet, bereits zwei Jahre später die Gebietsgruppe Ulm und die Region Ulm-Ostalb-Bodensee, heute eine der größten im ILCO-Bundesverband. Der Bundesverband gehört mit 10.000 Mitgliedern zu den großen Organisationen der Gesundheitsselbsthilfe in Deutschland und zu den größten Stomavereinigungen der Welt. Sein Wort hat Gewicht in Politik und Gesellschaft.

Im Namen der Stadt gratuliere ich der Gebietsgruppe Ulm herzlich zum 30-jährigen Jubiläum, danke allen dort Engagierten für ihre Arbeit und ihren wertvollen Einsatz und wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft!

Ivo Gönner
Oberbürgermeister
Prof. Dr. Gerhard Englert

Vorsitzender des ILCO Bundesverbandes
Zum 30jährigen Bestehen senden wir den Mitarbeitern, Mitgliedern und Förderern der ILCO-Gruppe Ulm und der ILCO-Region Ostalb-Ulm-Bodensee herzliche Grüße des Bundesvorstandes und der Bundesgeschäftsstelle.

Die Gruppe Ulm gehört zu den ILCO-Gruppen der ersten Stunde. Initiativen zur Gründung einer Stomaträgergruppe in Ulm gab es bereits, bevor die Deutsche ILCO im Januar 1972 gegründet wurde. Es zeigte sich schon damals die Weitsicht der „Ulmer" Aktiven. Sie entschlossen sich dazu, ihre Initiative in den sich abzeichnenden größeren Verbund der Deutschen ILCO einzuordnen. Auch in den weiteren Jahren zeichneten sich die „Ulmer" immer wieder durch besondere Aktivitäten aus. Erinnert sei an die Schulung und die regelmäßigen Erfahrungsaustauschtreffen der Besucherdienst-Mitarbeiter sowie die Herstellung der Filme „Stoma und Psyche" und „Betroffene helfen Betroffenen".

Für diese großartige Arbeit und für die immer gute Zusammenarbeit möchten wir allen Mitarbeitern unserer Region Ostalb-Ulm-Bodensee sehr herzlich danken, vor allem aber denjenigen, die sich als Gruppensprecher und Sprecher der Region in besonderem Maße engagierten und engagieren. Es waren dies Paul Irtenkauf, Georg Gröner und Sonja Reiner. Es ist dies jetzt Gerhard Winkler.

Wir verbinden damit den Wunsch, dass die ILCO-Arbeit auch weiterhin Freude und Befriedigung bringen möge. Dann wird die ILCO in und um Ulm auch in Zukunft erfolgreich weiterarbeiten.





Prof. Dr. Gerhard Englert Helga Englert
Vorsitzender Geschäftsführerin
Gerhard Winkler
Regionalsprecher
Ich darf Sie heute zum 30 jährigen Jubiläum der ILCO Gebietsgruppe ULM und zum 30 jährigen Jubiläum der ILCO Region Ostalb Ulm Bodensee recht herzlich willkommen heißen. Ich freue mich, dass Sie so zahlreich unserer Einladung zum Jubiläum gefolgt sind.

Besonders darf ich in Vertretung von unserem Schirmherren Dr. Wolfgang Schürle, Landrat des Alb Donau Kreises, Herrn Dr. Freudigmann stellv. Leiter des Gesundheitsamtes in Ulm begrüssen. Wir wissen, dass der Landrat für die Belange der Selbsthilfe-organisationen im Alb Donau Kreis immer ein offenes Ohr habt und danken ihm für die Unterstützung. Herr Dr. Freudigmann sind Sie uns ebenfalls recht herzlich willkommen.

Weiter darf ich begrüßen Frau Sabine Mayer-Dölle, Sie ist die neue Bürgermeisterin der Stadt Ulm und Sie wird die Grüsse der Stadt Ulm als Vertreterin von Herrn Oberbürgermeister Ivo Gönner überbringen, seien Sie uns herzlich willkommen.

Ich begrüße weiter Herrn Werner Armbruster, er kommt als Vertreter des Krebsverbandes Baden-Württemberg, ohne Hilfe des Krebsverbandes könnten wir die Haus- und Krankenhausbesuchsdienste und unsere Veranstaltungen für unsere betroffenen Krebspatienten nicht durchführen, seien Sie uns herzlich willkommen.

Herzlich willkommen Herrn Dr. Bernhard Klesser, Sie sind als Vertreter der Kreisärztschaft Ulm gekommen und werden uns nachher über die Zusammenarbeit der Ärzte und den Selbsthilfegruppen berichten. Jeder von uns benötigt eine Nachsorge und diese läuft über die niedergelassenen Ärzte. Ich grüße sie herzlich.

Weiter darf ich begrüßen die Geschäftsführerin Frau Helga Englert und Ihren Gatten, dem Vorsitzenden des Bundesverbandes der ILCO Herrn Professor Dr. Gerhard Englert. Wir freuen uns, dass Sie Zeit gefunden haben und heute zum Gelingen der Jubiläumsveranstaltung beitragen. Sind Sie uns recht herzlich Willkommen.

Begrüßen und willkommen heißen darf ich auch den Vorsitzenden des ILCO Landesverbandes Baden- Württemberg Herrn Markus Truckenmüller.

Zu unserer musikalischen Umrahmung darf ich Ihnen vorstellen Frau Anja und Maria Gerter. Sie haben uns durch Ihr Eingangsstück bereits erfreut. Auch Sie beide heiße ich herzlich willkommen bei unserer Jubiläumsfeier und danke Ihnen für die ausgesuchten Musikstücke.

Weiter darf ich die Vertreter der Krankenkassen und der Wirtschaftsbetriebe begrüßen und darf Sie willkommen heißen.

Herzlich begrüße ich alle Betroffenen Mitglieder, Freunde und Bekannte aus der ILCO Gruppe Ulm, den Mitgliedern aus den ILCO Gebietsgruppen in der Region Ostalb Ulm Bodensee, den Vertretern der ILCO Regionen im Land Baden-Württemberg und die Gebietsgruppensprecher der Region Ostalb Ulm Bodensee. Sind Sie uns alle herzlich willkommen zu unserer ILCO Familienfeier bezw. Jubiläumsfeier.

Begrüßen darf ich auch die Vertreter der Regionalen Presse aus Ulm und Neu-Ulm. Ein Bitte an Sie, berichten Sie bitte ausführlich über unserer wichtige ILCO Hilfe zur Selbsthilfe.

Meine Damen und Herren, liebe IlCO Freunde vor 30 Jahren hat sich in Ulm ergeben, dass drei Betroffene, die zur gleichen Zeit, an der gleichen Basiserkrankung, operiert wurden, danach beschlossen haben, anderen betroffenen Menschen zu zeigen, dass das Leben mit einer Stoma weitergeht und sie wollten Ihre Erfahrungen und Tipps im täglichen Umgang mit der Stoma, mit den psychischen Problemen, den Problemen der Ernährung, der Sexualität, den Problemen mit dem Arbeitsleben, usw. weitergeben.

Wir werden nachher in der Chronik noch genau hören, wie alles sich zugetragen hat. Heute bieten wir fast flächendeckend unsere Hilfe durch die Arbeit in den Gruppen, im Haus- und Krankenhausbesuchsdienst an. Die Region hat heute 270 Mitglieder, 10 Gebietsgruppen, wo ehrenamtliche Arbeit geleistet wird. 60 % der Mitglieder sind im Alter von 60 bis 80 Jahren und der Anteil an betroffenen Frauen liegt bei 270 Mitgliedern bei 46 %. Darmkrebs ist weiter eine der häufigsten Krebserkrankungen mit steigender Tendenz in Deutschland. Zwischen 60.000 und 100.000 Menschen erkranken jährlich neu an Darmkrebs. Je nachdem wie früh ein Darmkrebs erkannt wird, ist die Chance des Überlebens gegeben. Die Statistik besagt, dass Menschen bei denen frühzeitig d.h. ohne Metastasenbildung der krebs erkannt und operiert wird, haben eine Überlebenschance von 80 %. Ist der Krebs bereits weiter fortgeschritten nimmt diese Überlebenschance rapide ab. Der Gesetzgeber hat dies auch erkannt und gewährt wie Sie alle wissen ab dem 55. Lebensjahr heute eine Darmspiegelung auf Kosten der Krankenkasse. Diese Art der Vorsorge sollte jeder Bundesbürger so früh wie möglich in Anspruch nehmen. Festzustellen ist auch, dass die Zahl der Darmkrebs-erkrankungen immer mehr auch jüngere Menschen, also unter 60 Jahren trifft.

Bei den heutigen Operationstechniken muß nicht mehr so radikal großzügig operiert werden, so sind vielmals Rückverlegungen möglich. Endständige Anlagen eines künst-lichen Ausgangs kommen aber dennoch noch häufig vor.

Durch die ILCO Frauen und Männer der Ersten Stunde wurde sehr bald nach Gründung der ersten Gruppen gefordert, dass qualifiziertes Pflegepersonal in den Krankenhäusern zu Stomatherapeuten weitergebildet werden. Heute ist flächendeckend qualifiziertes Personal vorhanden und die Versorgungsangebote von Sanitätshäuser, Apotheken und HomeCare Firmen sind hervorragend.

Meine Damen und Herren, liebe ILCO Freunde zurück zur Selbsthilfegruppenarbeit.

Unsere Gäste stellen folgende Fragen: Was machen die ILCO Selbsthilfegruppen seit 30 Jahren und noch heute in ULM und in der Region Ostalb Ulm Bodensee ?? Warum ist es gut, dass es die ILCO gibt ??

Eine Operation, die einen künstlichen Darmausgang oder eine Harnableitung nötig macht, ist mehr als ein chirurgischer Eingriff – sie stellt einen tiefen Einschnitt in das Leben des Betroffenen dar.

Menschen, die selbst erlebt haben, wie es ist, einen künstlichen Darmausgang oder eine Harnableitung zu haben, können anderen Menschen vor und nach dieser Operation eine einzigartige Hilfe geben.

Die SHG ILCO will nicht fachliche Hilfe für Stomaträger ersetzen, sondern aus der eigenen Betroffenheit ihrer Mitglieder heraus die Unterstützung geben, die von keiner anderen Seite geleistet werden kann.

Sie will

glaubwürdig darstellen, wie ein sinnvolles und erfülltes Leben trotz Stoma möglich ist

den sich isoliert fühlenden und unerfahrenen Stomaträgern gleichwertiger, verständnisvoller Gesprächspartner sein;

Sammelstelle für Erfahrungen und Informationen sein und diese mündlich und schriftlich in verständlicher Form den Betroffenen zugänglich machen;

die Fachleute, die mit Stomaträgern zu tun haben, mit auf die Bedürfnisse der Stomaträger aufmerksam machen;

Beistehen, so dass ein selbst bestimmtes und selbständiges Leben mit dem Stoma möglich ist.





Diese Gebietsgruppen sind ein erster Anlaufpunkt, um Menschen zu treffen, die dasselbe Problem haben und damit zurechtkommen. Es erleichtert die guten und schlechten Erfahrungen anderer zu hören. Humor und das Gespräch mit Menschen, die ähnliche Probleme haben, konnten schon manchen wieder zurück ins aktive Leben finden lassen.

Die Gruppentreffen finden regelmäßig einmal im Monat statt. Die monatlichen Treffen dienen dem Informationsaustausch und geben vor allem in der Alltagspraxis bewährte Tipps zur Stomaversorgung, zum Umgang mit anderen Menschen, zur Ernährung, zu Sport und Reisen.

Sie bieten mit ihren ehrenamtlichen Gruppenmitgliedern die persönliche Begleitung vor und nach der Operation an.

Die ILCO – Gruppen arbeiten eng mit Ärzten, Stomatherapeuten und Pflegekräften, dem Fachhandwerk, den betreffenden Behörden und den richtungsweisenden Institutionen zusammen. An den ILCO – Treffs halten diese Fachleute abwechselnd Vorträge.

Aber auch die Besuche von kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen, wie auch die mehrtägigen ILCO Reisen der Region dienen der Motivation der Betroffenen und Angehörigen, um die Alltagssorgen für ein paar Stunden vergessen zu lassen. In den Gruppen ist das oberste Ziel „Lust am Leben“ trotz der Behinderung zu zeigen.

Darum lassen Sie uns heute gemeinsam 30 Jahre ILCO in Ulm und der Region feiern.

Wir wollen Dank sagen, dass wir dies erleben und die vielen Hilfsmöglichkeiten nützen dürfen.

Ganz besonderen Dank möchte ich heute für die gute Zusammenarbeit mit den Kliniken, Stomatherapeuten, Sanitätshäuser, den HomeCare - Firmen, Herstellerfirmen von Stomahilfsmitteln, dem KORN Verein, den Krankenkassen, dem Landkreis Alb Donau und der Stadt Ulm sagen.

Danke auch an den Krebsverband der uns seit Jahrzehnten unterstützt und wir dadurch in der Lage waren und sind, vielen Darmkrebserkrankten Menschen die Hilfe zukommen zu lassen, die von keinen anderen Institutionen erbracht werden können.

Vielen Dank an die Sponsoren für die heutige Veranstaltung und für unsere weitere Arbeit für die Betroffenen. Von 70 ausgewählten Adressen haben uns bis jetzt unterstützt:

AOK ULM, BEK ULM, DAK ULM, KORN e.V.

Kreissparkasse ULM, Ulmer Volksbank

Firma Wieland, Firma Honold, Firma Hollister

Alle anderen überlegen noch, ob Sie unsere Tätigkeit unterstützen sollen.

Ich darf nun die stellvertretende Gruppensprecherin der Gruppe Ulm und Leiterin der Frauengruppe Ulm Frau Sonja Reiner und den Gruppensprecher der Gruppe Ulm Herrn Walter Ammann zu mir auf die Bühne bitten.

Ich darf seit März diesem Jahres in der ILCO Region Ostalb Ulm Bodensee Regionalsprecher sein. Vor 30 Jahren meine Damen und Herren begann die Region zu wachsen und die Regionalleitung ging von Herrn Irtenkauf, auf Herrn Gröner und dann auf Frau Reiner und im März 2004 auf meine Wenigkeit über. Sie merken vor mir waren es immer Personen aus der Gruppe ULM, die die Regionalleitung hatten.

So haben wir nun im März 2004 keine Änderung der Sache nach aber doch eine Trennung von Regionalgruppe Ulm zu Gebietsgruppe Ulm und Region Ostalb Ulm Bodensee durchgeführt.

In Ausübung meiner Funktion als Regionalsprecher darf ich Ihnen Frau Reiner und Ihnen Herr Ammann jeweils ein Geschenk der Region Ostalb Ulm Bodensee überreichen und Sie zu Eurem Jubiläum recht herzlich beglückwünschen.

Das überreichte Buch soll Ihnen in der Gruppe ein Nachschlagewerk sein.

Ich wünsche uns eine weitere so gute Zusammenarbeit und freue mich, wenn wir zusammen das nächste Jubiläum wieder organisieren und feiern dürfen.

Vielen Dank!

Dank sagen darf ich auch allen Gruppensprechern der Region Ostalb Ulm Bodensee für die seitherige gute Zusammenarbeit. Ich habe vor in den nächsten Monaten ein paar Projekte zu Organisieren und vielleicht manche Dinge neu aufleben zu lassen. Auch wird in den nächsten 2 bis 3 Wochen der Internetauftritt der Region Ostalb Ulm Bodensee stattfinden. Hier kann dann unter der Adresse .... der Hilfesuchende auch im Internet die Ansprechpartner der einzelnen Gruppen in der Region finden und im jeweiligen Veranstaltungskalender nachlesen, welche interessanten Gruppentreffen Sie anzubieten haben. Ich freue mich, auf Ihre weitere Unterstützung zum Wohle der ILCO und den betroffenen Mitgliedern.

Meine Damen und Herren, liebe ILCO Freunde ich darf am Ende meines einleitenden Vortrages Ihnen nochmals danken für Ihr Kommen und für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit.

Ich wünsche Ihnen nun ein paar nette Stunden und ich hoffe das Sie heute Abend wenn Sie nach Hause fahren sagen: „ Wie gut das es die ILCO gibt“

Noch ein Hinweis: Zu Anfang des gemütlichen Teils dürfen wir noch eine satzungsgemäße Nachwahl der Kassenprüfer durchführen.

Vielen Dank!
Walter Ammann
Gruppensprecher Ulm
Auch die Gründer dieser ILCO Selbsthilfegruppe hatten einen schwierigen Beginn. Nur die günstige Konstellation - ein vorausdenkender Professor Werfahrth und willensstarke, durchsetzungsfähige Männer und Frauen, wie Paul Irtenkauf, Georg Gröner, Sonja Reiner, Olga Wirkner, Adolf Gravenhorst u.a. verhalfen 1974 der Gründung dieser Selbsthilfegruppe.

Professer Herfarth sah, wie sich Stomapatienten elend herumplagen mußten, er machte den Vorschlag - setzt euch zusammen, gebt euch gegenseitig Tips. Patienten, die nun ihren Darmkrebs operiert hatten, wußten nicht wie es zuhause mit so einem Loch im Bauch weitergehen sollte. Die Operationstechnik war einfach den Versorgungs- und Hilfsmitteln voraus. Die Geruchs- und Geräuschbelästigung war nur eines der Probleme, das zur Lösung anstand.



Hier setzte die Überlegung ein, gemeinsam wissen wir mehr, Betroffene helfen Betroffenen. Dazu war wichtig, sich zu der Behinderung zu bekennen und damit auch an die Öffentlichkeit zu gehen.

Selbsthilfegruppen in der medizinischen Nachsorge gab es damals noch wenige und die Idee der Aufklärung wurde nicht überall für gut befunden. Doch zunächst ging es darum, sich gegenseitig Mut zu machen und die lebensbejahende Einstellung neu zu erobern.

Der nächste Schritt des damaligen Sprechers Georg Gröner war der Aufbau eines Krankenhaus - Besuchsdienstes, der die Überlegung hatte, Patienten bereits im Krankenhaus mit praktischen Tips und aufmunternden Selbsterfahrungen zu betreuen. Wie weitsichtig und wirklichkeitsnah diese Überlegungen waren, wurde mir erst vor einigen Tagen bewußt. In Ulm war ein internationaler Kongress mit dem Thema "Selbstpflege - Weg zum mündigen Patienten". Was die ILCO Mitstreiter schon vor bald 30 Jahren praktizierten, ist vor einer Woche im Ulmer Kongresszentrum wissenschaftlich und von internationalen Pflegespezialisten aufgearbeitet und für gut Befunden woren. Nämlich, wenn man Patienten frühzeitig über den bevorstehenden Eingriff, über die auftretenden Probleme, über technische oder pflegerische Hilfen informiert, sind sie kooperativer, einsichtiger, und pünklicher in der Einnahme von Arzneien und viel mehr bereit, die vorgegenben Verhaltensregeln zu befolgen.

Damals in den 70er und 80er Jahren, waren einige Mitglieder bereit, in Schulungen und Arbeitskreisen sich Anleitungen geben zu lassen, um die nicht einfache Aufgabe des Krankenhaus - Besuchsdienstes durchführen zu können. Angagierte Referenten, wie der Psychologe Dr. Böck, später der Dipl. Psychologe Dr. Hrabel, der Bandagist Herr Böving die Klinik-Seelsorger Pfarrer Bloedt und Meid, Ärzte und Pflegedienstleiter, gaben Tips. So wurden aus Patenten "Wissende".

Die Überlegung, Stomatherapeuten bereits am Krankenbett zu betreuen wurde weiterhin skeptisch beurteilt. Erst als ein Arzt, Dr. Krampshoff, selbst ein vorübergehendes Stoma angelegt bekam, gingen die Krankenhaustüren bereitwilliger auf. Aus dem Jahr 1982 ist überliefert, dass die damalige Zentraloberin Frau Schulz beschämt war, über das geringe Wissen des Pflegepersonals gegenüber den ILCO Aktivisten.

Diese gute Ausbildung führte dazu, dass wir immer öfter ins Krankenhaus gerufen wurden. Oft schon vor der Operation. Unsere Forderung, Krankenschwestern speziell zu Stomatherapeuten auszubilden, wurde erfüllt und das Anforderungsprofil der Stomatherapeuten war geboren. Inszwischen war es dem unermüdlichen Zugpferd Georg Gröner gelungen, neue Gruppen in Heidenheim, Aalen, Biberach, Ravensburg und Göppingen zu gründen.

Die Ulmer Gruppenmitarbeiter waren immer sehr angagiert, so produzierten sie in den 80er Jahren die Filmtrilogie "Stoma und Psyche". Sie legten sich bereitwillig vor die Kamera und sprachen dabei offen über ihre Sorgen und Nöte. Aber auch über die Hilfe aus der Gruppe. Doktoren, Therapeuten und Psychologen ergänzten aus ihrer Sicht. So wurde ein gelugenes Filmwerk, das wir interessierten Institutionen zur Verfügung stellten. Weitere Filme über Krebserkrankungen folgten.

Zwischenzeitlich wurden die Bedars- und Hilfsmittel verbessert, auch die Information der Patienten wurde aktualisiert und umfangreicher. Neben der postoperativen Versorgung, ist die psychische Aufbaufase ein weiteres Betätigungsfeld unserer Organisation. Ein bunter Reigen verschiedenster geselliger Veranstaltungen wird bei den monalichen Treffen angeboten. Den immer wiederkehrenden verschiedenen Arztvorträgen werden Spielabende und Informationsveranstaltungen mit den aktuellen Themen zur Seite gestellt.

Alle diese Gruppenaktivitäten, die ja ehrenamtlich, freiwillig, neutral und kostenlos durchgeführt werden, wurden in den ersten Jahren von Paul Irtenkauf und dann mehr als 20 Jahre von Georg Gröner organisiert. Leider war es Georg Gröner nicht mehr vergönnt, das Bundesverdienstkreuz überreicht zu bekommen. Er starb 10 Tage vor der Überreichung. Von 1999 bis zum Frühjahr 2004 leitete Frau Sonja Reiner die Region Ulm, Ostalb, Bodensee. Jetzt liegt die Leitung der Region in Händen von Herrn Gerhard Winkler. Frau Reiner ist weiterhin für die beliebten Reisen zuständig, die ebenfalls Georg Gröner begonnen hatte. Städte wie Oslo, Moskau, Wien, Prag u.a. wurden bereist. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch des Vatikans mit Handschlag von Papst Paul 1989. Unsere diesjährige Reise ging nach Mecklenburg, Schwerin, Müritzsee, Usedom und Rostock. Wir besichtigten alle Orte ausgiebig und mit dem Wissen - auch als Stomaträger in Gesellschaft mobil zu sein und optimistisch ohne Einschränkung das Leben zu geniesen.